Ein einziges Salatbeet liefert dir bei richtiger Planung ab Mitte Mai jede Woche frischen Salat, und das bis Oktober. Der Trick heisst Erntefolge: alle 14 Tage neu säen, alle 14 Tage ernten. Auf 2 Quadratmetern bekommst du so über die Saison rund 60 Salatköpfe, was bei 4er-Familie 4 Monate ohne Supermarkt-Salat reicht.
Warum 6 Wochen die richtige Spanne sind
Ein Pflück- oder Kopfsalat braucht von Aussaat bis Ernte je nach Sorte 35 bis 55 Tage. Wenn du alle 14 Tage neu säest, überlappen sich die Reife-Zeitpunkte, ein Beet ist immer fertig, das nächste fast. Die magische 6-Wochen-Spanne deckt drei Sätze ab, das reicht, um jede Lücke im Beet sofort wieder zu füllen.
Wer alle 4 Wochen säet, hat zwischen den Sätzen eine Salat-Lücke. Wer wöchentlich säet, schafft die Pflanzaufzucht nicht. Zwei Wochen sind der Sweet Spot: jeden zweiten Samstag eine halbe Stunde planen, der Garten organisiert sich selbst.

Der 6-Wochen-Saatplan im Detail
Der Plan beginnt im März unter Vlies und läuft bis Mitte August. Später gesät wird's eng mit dem Frost. Nimm dir den Plan einmal zur Hand, klebe ihn an die Lauben-Innentür, fertig.
| Woche | Aussaat | Sorte | Reife | Erntestart |
|---|---|---|---|---|
| KW 12 (Mitte März) | Vorzucht innen | Maikönig (Kopfsalat) | 55 Tage | Anfang Mai |
| KW 14 | Direktsaat unter Vlies | Lollo Rossa (Pflück) | 45 Tage | Mitte Mai |
| KW 16 | Direktsaat | Eichblatt grün | 42 Tage | Anfang Juni |
| KW 18 | Direktsaat | Batavia (hitzefest) | 50 Tage | Mitte Juni |
| KW 20 | Direktsaat schattig | Salanova rot | 40 Tage | Anfang Juli |
| KW 22 | Direktsaat | Romana hitzefest | 55 Tage | Mitte Juli |
| KW 24-32 | 14-Tage-Rhythmus | Wechsel je Hitze | 35-50 Tage | durchgehend |
Sortenwahl: Welche Salate wann
Im Frühjahr sind langsam wachsende Kopfsalate wie Maikönig oder Wunder von Stuttgart richtig, sie vertragen die kühlen Nächte. Ab Mai schaltest du auf Pflück- und Schnittsalate um, weil sie schneller reifen und du länger erntest. Ab Juni brauchst du hitzefeste Sorten wie Batavia oder Salanova, sonst schiessen die Pflanzen in 3 Tagen durch und werden bitter.
Konkrete Einkaufsliste für die ganze Saison: 1 Tüte Maikönig, 1 Tüte Lollo Rossa, 1 Tüte Eichblatt, 1 Tüte Batavia rot, 1 Tüte Salanova-Mix, 1 Tüte Romana. Kostet zusammen etwa 18 Euro bei Bingenheimer Saatgut, reicht für 2 Saisons. Hornbach-Saatgut ist billiger, aber die Keimrate liegt bei 60 statt 90 Prozent, am Ende zahlst du also drauf.

Die 25er-Regel beim Pflanzabstand
Salat braucht 25 cm Abstand in alle Richtungen. Wer enger pflanzt, bekommt Mehltau und kleine Köpfe. Wer weiter pflanzt, verschenkt Beetfläche. Auf einem 1 mal 2 Meter Beet passen genau 20 Pflanzen, wenn du sie versetzt im Quincunx-Muster setzt, wie die Fünf auf einem Würfel.
Die jungen Setzlinge kommen so tief in die Erde, dass die unteren Blätter knapp über dem Boden stehen. Tiefer gesetzt fault der Strunk, höher gesetzt kippt die Pflanze beim ersten Regen um. Angiessen bis das Wasser steht, dann nicht mehr giessen, bis die Erde 2 cm tief trocken ist, Salat verfault eher als er vertrocknet.
Mischkultur: Was zwischen den Salat passt
Salat ist ein Schwachzehrer und wurzelflach, er teilt sich gerne das Beet mit Radieschen, Mohrrübchen, Kohlrabi und Erdbeeren. Tomaten und Paprika sind als Hochzehrer keine guten Nachbarn. Zwiebeln zwischen den Salatreihen halten Blattläuse fern, haben dieselbe Reifezeit und kosten dich keinen Quadratzentimeter Extra-Fläche.
Eine bewährte Kombi: 4 Reihen Salat mit jeweils einer Reihe Radieschen dazwischen. Die Radieschen sind nach 4 Wochen weg, dann breiten sich die Salate aus. So nutzt du die Beetfläche zweimal in einer Saison und verdoppelst praktisch deinen Ertrag pro Quadratmeter.
Schädlinge und Krankheiten kurz halten
Schnecken sind das Problem Nummer eins, eine einzige Wegschnecke frisst 20 Setzlinge in einer feuchten Mai-Nacht. Schneckenkorn auf Eisen-3-Phosphat-Basis ist im Bio-Gartenbau zugelassen, wirkt sicher und ist für Igel und Vögel ungefährlich. Streu es bei Pflanzung in 30 cm Bahn um das Beet, nach dem ersten Regen nachstreuen.
Mehltau zeigt sich als weisser Belag auf den Blättern, meist im Hochsommer bei zu enger Pflanzung. Vorbeugen schlägt Bekämpfen: nicht über die Blätter giessen, morgens giessen, Pflanzabstand einhalten. Bei akutem Befall die unteren Blätter abreissen und Lufzirkulation schaffen.
Ernte: Pflücken statt Schneiden
Pflück- und Schnittsalate erntet man Blatt für Blatt von aussen, nie das Herz nehmen, sonst stirbt die Pflanze. Eine gute Salatpflanze gibt dir so über 4 bis 6 Wochen täglich frische Blätter. Kopfsalat wird komplett mit Strunk geschnitten, sobald der Kopf fest ist, Daumendruck oben drauf, gibt er kaum nach, ist er reif.
Geerntet wird morgens vor 9 Uhr, dann sind die Blätter knackig vom Tau. Ungewaschen in eine Stoffhülle, im Kühlschrank-Gemüsefach hält sich Salat 5 Tage. Erst direkt vor dem Essen waschen, gewaschen wird er innerhalb von 24 Stunden welk.

Was tun bei Hitzesommer über 30 Grad
Ab 30 Grad schiesst klassischer Kopfsalat innerhalb von 3 Tagen, die Pflanze bildet einen langen Stiel, der Salat wird bitter. Im Juli und August also nur noch hitzefeste Sorten säen, am besten halbschattig zwischen höher wachsende Pflanzen wie Stangenbohnen oder Mais. Schattennetz mit 50 Prozent Lichtdurchlass kostet 15 Euro für 4 mal 2 Meter und rettet dir die Sommer-Ernte.
Notfall-Plan bei Hitzewelle: Aussaat um 2 Wochen verschieben oder ganz aussetzen, dafür Anfang September wieder durchstarten, Herbst-Salate wachsen bis Mitte November und sind die zartesten der Saison.
Wenn du nur ein Beet hast
Auf einer kleinen Parzelle läuft die Erntefolge auf demselben Beet, du erntest links, säest rechts, im Abstand von 14 Tagen. Frischen Reifekompost (1 Eimer pro Quadratmeter) zwischen den Sätzen einarbeiten, sonst fehlen nach drei Sätzen die Nährstoffe. Mit dieser Routine werden 2 m² zur Salat-Versorgung für eine vierköpfige Familie, und das Wochenende beginnt mit dem Salatkopf, den du selbst gross gezogen hast.
Vorzucht in Eierkartons spart 4 Wochen
Statt teurer Anzuchttöpfe nimm leere Eierkartons aus Pappe, die 6er-Kartons schneidest du auseinander, füllst die Mulden mit Anzuchterde, gibst je 2-3 Salatsamen pro Mulde rein und stellst alles auf eine helle Fensterbank. Nach 2 Wochen hast du kräftige Sämlinge mit 2-3 echten Blättern, die du mit der Pappe direkt ins Beet pflanzt, die Pappe verrottet binnen 4 Wochen.
Vorteil: Du startest 3-4 Wochen früher als bei Direktsaat, weil im März draußen die Bodentemperatur unter 8 Grad ist und Salatsamen unter 5 Grad nicht keimen. Mit der Eierkarton-Methode hast du Anfang Mai schon erste Erntereife, während deine Beet-Nachbarn noch auf den ersten Bisswort warten. Investition: 0 Euro für Töpfe, 4 Euro für 1 Liter Anzuchterde, reicht für 60 Setzlinge.
Welche Fehler die Saison ruinieren
Drei häufige Fehler kosten dich am Ende des Jahres die hälfte des möglichen Ertrags. Erstens: Alles auf einmal säen. Wer im April 60 Salatsamen verteilt, hat im Juni 60 Salatköpfe gleichzeitig, und die Hälfte schiesst durch, bevor du sie isst. Zweitens: Falsche Sorte zur falschen Zeit. Hitzefester Romana im April keimt schlecht, Maikönig im Juli schiesst in 5 Tagen. Drittens: Wasser über die Blätter. Salat braucht Wurzelnähe, Brause oben drauf und du hast in 14 Tagen Mehltau auf jedem Kopf.
